Interaktiver Lernort Interaktiver Lernort
für Geschichte und Kultur

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Interaktiver Lernort für Geschichte und Kultur

Geschichte hautnah erleben im Multimedia-Projekt der Jugendherberge Nürnberg

Vergangenheit entdecken und Zeitgeschichte mit allen Sinnen erleben – das können Gäste der Jugendherberge seit 2013 in der neu umgebauten Kultur|Jugendherberge Nürnberg. Nach dem Vorbild eines Projektes in der Jugendherberge Jerusalem wurde in Nürnberg ein multimedial ausgestatteter Seminarraum gestaltet. Mit einem durchdachten, auf die historische Situation  der Stadt Nürnberg ausgerichteten pädagogischen Konzept wurde hier ein interaktiver Lernort für Geschichte und Kultur geschaffen. Themen wie Zeitgeschichte, Nationalsozialismus oder Mittelalter werden multimedial aufbereitet und auf die Zielgruppen, insbesondere Schulklassen, zugeschnitten. So können die Teilnehmer historische und kulturelle Inhalte mit modernsten Medien, aber auch durch eigene Spurensuche und Entdeckungen unmittelbar erfahren. Das interaktive Lernprojekt gibt Denkanstöße und fördert dabei gegenseitigen Respekt, Toleranz und Verantwortungsbewusstsein. Die speziellen Programmmodule am interaktiven Lernort werden von Kulturpädagogen entwickelt und von ausgebildeten Teamern betreut.


Besonderheiten

Perspektivenwechsel dank Audiovision

In der Kultur|Jugendherberge Nürnberg hat der Landesverband Bayern im Deutschen Jugendherbergswerk ein in Deutschland einzigartiges Projekt zur Auseinandersetzung mit historischen und kulturellen Themen ins Leben gerufen. Herzstück des interaktiven Lernorts ist ein mit moderner Technik ausgestatteter Multimedia-Raum, in dem Geschichte und Gegenwart auf bisher einmalige Weise miteinander verschmelzen.

Neue Einblicke in die Geschichte

Ein Multimediaraum für den Perspektivwechsel

Ein hochmoderner Tagungsraum, sechs Projektionswände, 24 Laptops, Audiogeräte, Digitalkameras sowie eine Vielzahl pädagogischer Begleitmaterialien – das sind die Bausteine für das einzigartige Geschichtserlebnis, das Schüler und Lehrer in der Kultur|Jugendherberge Nürnberg erwartet. Das Ziel: Gruppen und Schulklassen sollen die Geschichte der Stadt mit audiovisuellen Medien kennenlernen, selbst entdecken und sich dabei mit dieser Geschichte und ihren persönlichen Eindrücken aktiv und intensiv auseinandersetzen. Dafür wurde eigens ein (auch für kleinere Gruppen teilbarer) Multimediaraum konzipiert. Er ist Dreh- und Angelpunkt des interaktiven Projekts. 

Hier erhalten Gruppen und Schulklassen in kurzen Filmen Impulse zu wichtigen historischen Ereignissen, wie beispielsweise der Zeit des Nationalsozialismus. Im Anschluss daran können sie mithilfe der bereitgestellten Laptops im Internet und anhand von bereitgestellten Informationen recherchieren und ausgewählte Fragestellungen zu den jeweiligen Themen bearbeiten. Ein wesentliches Ziel ist die selbständige Erkundung der historischen Orte, an denen sie ihre Eindrücke und Entdeckungen audio-visuell dokumentieren und anschließend ihrer Gruppe präsentieren können. Durch diesen partizipativen Ansatz mit aktiver Audio- und Videoarbeit werden die persönlichen Eindrücke reflektiert und nachhaltig gefestigt. Am Ende des Workshops nehmen die Jugendlichen ihre Arbeiten mit nach Hause, um sie später auch im persönlichen und im Schulalltag nutzen zu können. Auf diese Weise unterstützt der außerschulische Lernort Jugendherberge die Jugendlichen dabei, Geschichte nicht nur als Vergangenes wahrzunehmen, sondern ihre ganz eigene Sicht auf die Geschehnisse zu entwickeln und daraus Impulse für das tägliche Leben und den Umgang miteinander mitzunehmen.

Diese individuellen Blickwinkel sind ebenso wie die Vermittlung von Toleranz, gegenseitigem Respekt und Verantwortungsbewusstsein grundlegende pädagogische Ziele der Jugendherbergen in Bayern. Sie sind die Eckpfeiler unseres gemeinnützigen Auftrags, der sich darin begründet, „die individuelle und soziale Entwicklung junger Menschen zu fördern, ihre Verbundenheit mit Heimat, Natur und Umwelt zu stärken, die Begegnung von Menschen verschiedener Herkunft und Kultur zu ermöglichen und zur Verständigung der Völker beizutragen.“


In Nürnberg wird Geschichte lebendig

Die Auseinandersetzung mit historischen Ereignissen und insbesondere mit der deutschen Vergangenheit während der Zeit des Nationalsozialismus stellt eine große Herausforderung dar. Wie gelingt es, Ursachen, Hintergründe, Ereignisse und Folgen dieser Zeit einer Generation, die inzwischen über 80 Jahre später lebt, anschaulich und wirkungsvoll zu vermitteln? Der interaktive, multimediale Ansatz der Kultur|Jugendherberge Nürnberg macht Geschichte hautnah erlebbar.


Verantwortung statt Vergessen

Kreativwerkstatt Jugendherberge

Wer sich mit der Geschichte Deutschlands beschäftigt, kommt an Nürnberg nicht vorbei. Mittelalterliche Gebäude, aber auch die Monumentalbauten auf dem Reichsparteitags-gelände prägen das Stadtbild. Heute ist Nürnberg die „Stadt der Menschenrechte“, zwischen 1933 und 1945 war sie zentraler Standort der Machtpräsentation des NS-Regimes. Schon vor der Machtergreifung hielten die Nationalsozialisten ihre Parteitage in Nürnberg ab. Nach 1933 folgten schließlich Rassengesetze, Reichspogromnacht, Deportation und Vernichtung – Zeugnisse der Unmenschlichkeit, Mahnmale in der Gegenwart. 

Die Stadt ist sich ihres schwierigen Erbes bewusst und stellt sich der Verantwortung. „Stadt des Friedens und der Menschenrechte“ ist nicht nur ein Slogan. Das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, das Memorium Nürnberger Prozesse, die Straße der Menschenrechte sowie die Menschenrechtsarbeit vor Ort zeugen von der bewussten Auseinandersetzung mit dem Geschehenen und vom Engagement der Stadt für die Rechte des Einzelnen.

Damit wird der Aufenthalt in der Jugendherberge zum Teil eines von den Schülern selbst gesteuerten Lernprozesses, der die Ziele der Schule und der Lehrpläne unterstützt und ergänzt. 


Die Erinnerung wirkt in die Gegenwart

Auch in der Kultur|Jugendherberge Nürnberg soll diese Vergangenheit, aber vor allem auch die Bedeutung der Menschenrechte für Jugendliche präsent werden. Unterstützt von unseren Kulturpädagogen und ausgebildeten Teamern entdecken die Jugendlichen die Mahnmale dieses dunklen Kapitels deutscher Geschichte. Sie sind wesentlicher Bestandteil der pädagogischen Programme in Nürnberg.

In Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, dem Bayerischen Rundfunk und der Stadt Nürnberg wurde dazu vier kurze Filme mit Dokumentationsmaterial erstellt, die die Themen Machtergreifung und Reichsparteitage, Nürnberger Gesetze, Verfolgung und Vernichtung der jüdischen Mitbürger, Zerstörung der Stadt Nürnberg, die Nürnberger Prozesse, aber auch die Aufarbeitung der Vergangenheit und den Wandel zur „Stadt des Friedens und der Menschenrechte“ eindrucksvoll darstellen. Diese Filme verbinden geschickt historische Dokumentaraufnahmen mit einer altersgemäßen Erkundung durch Jugendliche an den historischen Orten.

Anschließend können die Schulklassen und Gruppen – auf Wunsch auch unterstützt durch pädagogische Fachkräfte – die Originalstätten in Nürnberg besuchen: das Dokumentationszentrum auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände mit seinen Ausstellungsräumen und dem Zentrum DoKuPäd, das Memorium Nürnberger Prozesse mit dem Gerichtssaal 600, in dem die Kriegsverbrecherprozesse stattfanden, oder die Straße der Menschenrechte, wo sie die Menschenrechte in vielen Sprachen in Steinsäulen gemeißelt entdecken und dabei  selbst auf Spurensuche gehen können. 

Dabei können die Jugendlichen in Kleingruppen ihre Eindrücke durch aktive Audio- und Videoarbeit dokumentieren und anschließend gemeinsam präsentieren und reflektieren. Besonders beliebt ist die Gestaltung einer „akustischen Postkarte“: Mit einer Digitalkamera ausgestattet suchen sich die Jugendlichen zuerst ein beeindruckendes Bildmotiv, das sie mit der Kamera festhalten. Dazu nehmen sie dann einen ca. einminütigen Audiobeitrag auf, in dem sie auf ihre persönliche Art und Weise erklären, was sie an dem Ort oder Thema ihrer Wahl besonders beeindruckt hat. Manchmal beginnen die Worte dann ganz von alleine zu sprudeln. So werden rund um den Lernort Jugendherberge abstrakte historische Begriffe lebendig und greifbar.


Ein Blick in die Zukunft

Die Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland ist nur ein erstes Kapitel im Rahmen des interaktiven Lernorts in der Kultur|Jugendherberge Nürnberg. Weitere Themen sind in Bearbeitung und werden noch folgen. In den Angeboten rund um die mittelalterliche Handelsmetropole und Kaiserstadt Nürnberg erfahren Schulklassen und Gruppen, wie der Alltag des Adels und der Handwerker aussah, welche Kleidung sie trugen, welche Lebensmittel sie aßen – kurz, wie es im Mittelalter so zuging. Beim Wappenmalen oder bei mittelalterlichen Spielen werden die Schüler selbst aktiv und begeben sich auf eine Erlebnisreise in die Vergangenheit. Diese Programme sind bereits für Schüler ab dem dritten Schuljahr geeignet.

Nürnberg - Stadt der Reformation“ – freie Reichstadt des (katholischen) Kaisers und eine der bedeutendsten Städte Deutschlands im Mittelalter tritt auf Stadtratsbeschluss komplett zum Protestantismus über und bleibt doch kaisertreu – eine spannende Geschichte, die viel vom Wandel am Ende des Mittelalters, von Glauben und Toleranz, aber auch von der Macht der Medien erzählt und damit spannend und aktuell zugleich ist. Dieses neue Modul steht ab Mai 2015 mit vielen pädagogischen Begleitmaterialien zur Verfügung.


Lernort Jugendherberge Nürnberg

Prof. Dr. Julia Lehner, Kulturreferentin der Stadt Nürnberg

"Wissens- und Wertvermittlung an authentischen Lernorten, wie z. B. dem Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände und dem Memorium Nürnberger Prozesse, stehen in Nürnberg zum Thema „Stadt des Friedens und der Menschenrechte“ im Fokus des kulturhistorischen Verbundangebots. Zur historischen Aura vor Ort tritt die museumsdidaktische Betreuung in modernen Seminar- und Medienräumen der Jugendherberge in der über 500 Jahre alten Kaiserstallung der Nürnberger Burg. Nicht nur für Vorbereitung, Reflexion und Vertiefung der Themen sowie Erfahrungsaustausch und aktive Projektarbeit ist der Lernort Jugendherberge in Nürnberg dadurch vorzüglich gerüstet, sondern auch die qualitätvolle und zielgruppenorientierte pädagogische Betreuung sind hier bestens gewährleistet."



Bei der Konzepterstellung und Programmentwicklung für das neue Bildungsprojekt an der Jugendherberge Nürnberg wurde ein fachlicher Beirat mit Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen ins Leben gerufen.

 

Name   Funktion 
Markus Achatz
Leiter Profile, Programme, Bildung DJH Landesverband Bayern
Rüdiger Baumann Autor, Filmemacher, Redakteur
Dr. Astrid Betz
Wiss. Mitarbeiterin Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände der Stadt Nürnberg
Elke Dillmann
Bayerischer Rundfunk
Marion Glück-Levi
Stiftung Zuhören
Werner Karg
Landeszentrale für politische Bildungsarbeit
Gerhard Koller
Präsident des DJH Landesverbandes Bayern
Norbert Kueber
Stellv. Studioleiter des Bayerischen Rundfunks, Studio Franken
Claus Laabs
Evangelische Medienzentrale Bayern
Eva Mehrbrey
Programmkoordination Bildungsprojekt Nürnberg
Winfried Nesensohn
Vorstand des DJH Landesverbandes Bayern
Dr. Anja Prölß-Kammerer
Leiterin DokuPäd Nürnberg
Helga Riedl
Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg
Dr. Peter Schönlein
Alt-Oberbürgermeister und Vorsitzender der Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg
Dr. Robert Sigel
Landeszentrale für politische Bildungsarbeit
Marcus Spangehl
Oberstudienrat, Melanchthon-Gymnasium Nürnberg
Hans-Christian Täubrich
Leiter Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände der Stadt Nürnberg

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Angebote im Rahmen des Bildungsprojektes

Meinungen

Jugendherbergen als Lern- und Bildungsorte sind für die Bildungsprojekte des Bayerischen Rundfunks ein starker Partner. Wir freuen uns, an der Entwicklung eines aktiven Medienangebots und partizipativer Medienarbeitsplätze in der Jugendherberge Nürnberg mitwirken zu können.


Marion Glück-Levi, vormals Abteilung Bildungsprojekte Bayerischer Rundfunk

Unterstützt durch:

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