Versicherung

Wer und Was ist auf Klassenfahrt durch die gesetzliche Unfallversicherung versichert?


Schüler und Lehrer sind auch auf Klassenfahrt durch die gesetzliche Unfallversicherung versichert. Sie genießen während ihrer Betreuung, Bildung sowie auf den dafür notwendigen Wegen den vollen Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

Es besteht kein Versicherungsschutz, bei Betätigungen, die mit dem Schulbesuch/Klassenfahrt rechtlich nicht wesentlich zusammenhängen. Widmet sich ein Schüler oder eine Schülerin auf Klassenfahrt rein persönlichen Belangen, besteht kein Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung.


Vorsätzliche Sachschäden durch Schüler verursacht


Schäden können passieren, insbesondere auch im nicht-vertrauten Umfeld während einer Fahrt oder Wanderung. Deshalb empfiehlt es sich, eine Gruppen-Haftpflichtversicherung anbzuschließen, die solche Schäden übernimmt – allerdings nicht bei grobem Vorsatz.

Die Schüler oder deren Erziehungsberechtigte sind dafür verantwortlich, wenn der Schüler vorsätzlich gehandelt hat.

Bei erheblicher Sachbeschädigung ist die Schulleitung zu verständigen, die dann zivilrechtliche Schritte gegen die Erziehungsberechtigten einleiten kann: Rechnungstellung, Mahnung, Zahlungsbefehl, Pfändung . . . Die Herausgabe von Zeugnissen kann wegen nicht zurückgegebener Lernmittel nicht verweigert werden!

Körperschäden durch Schüler verursacht
 
Verletzungen durch Schlägereien zählen zu den Schulunfällen und sind durch die Versicherung abgedeckt, wenn der Anlass der Schlägerei schulischer Art war (z.B. eine ausgeräumte Schultasche) und wenn die Verletzung nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt wurde, d.h. wenn nicht „besondere Brutalität im Spiel war“. Schüler oder deren Erziehungsberechtigte können also in solchen Fällen nicht durch den gesetzlichen Unfallversicherungsträger im Rückgriff haftbar gemacht werden. Die Gewährung von Schmerzensgeld durch die GUV und durch den Schädiger scheidet aus.

Berufshaftpflicht oder private Haftpflichtversicherung auf Klassenfahrt?

Die Sicherheitsbestimmungen der Fachlehrpläne für Sport in der jeweils gültigen Fassung gelten auch für die Durchführung von Schülerfahrten und Schulskikursen Ferner sind die Veröffentlichungen der Unfallversicherungsträger in Bayern zu beachten.

 

Für Lehrkräfte


Lehrkräfte sollten eine eigene Berufshaftpflichtversicherung zur Absicherung der besonderen Haftungsrisiken haben.
Die Berufshaftpflichtversicherung dient der Absicherung von Schäden, welche sie in Ausübung Ihrer beruflichen Tätigkeit Dritten fahrlässig zugefügt haben. Um den entsprechenden Risiken mit den finanziellen Folgen vorzubeugen empfiehlt es sich, soweit notwendig, neben der privaten Haftpflichtversicherung eine entsprechende Berufs-Haftpflichtversicherung abzuschließen.

Tipp:Stiftung Warentest hat sich auch dem Haftungsthema angenommen und umfangreiche Infos online gestellt.

Für Schüler

Schüler sind in der (evtl. vorhandenen) Haftpflichtversicherung der Eltern versichert, solange sie sich in der Schulausbildung befinden. Die Mitversicherung endet, sobald das Kind die Schul- und Berufsausbildung abgeschlossen hat und selber Geld verdienen könnte, spätestens aber mit Vollendung des 25. Lebensjahres. Da im hinblick auf die privaten Haftpflichtversicherungen der Eltern oft Unsicherheit herrscht, empfiehlt es sich, für Klassenfahrten eine Gruppen-Haftpflichtversicherung abzuschließen, die pro Tag und Schüler nur wenige Cent kostet.