Bergwanderungen und Bergtrekking mit Kindern in Bayern

So sind Sie gut auf den Familienurlaub in den Bergen vorbereitet

Auf Felsen klettern, über Bergwiesen toben, Verstecken spielen und Tiere beobachten – die bayrische Bergwelt bietet Kindern viele Möglichkeiten, um die Natur spielerisch zu entdecken.

Deshalb sind die Bergerlebnisse für Familien in den bayerischen Jugendherbergen so beliebt. Während der Nachwuchs auf geführten Gruppentouren neue Freundschaften knüpft, können die Eltern beim entspannten Blick über die Täler frische Energien tanken. Glasklare Seen und herrliche Luft machen die Bergidylle perfekt und unsere Touren für Groß und Klein unvergesslich.
 

Geführte Bergwanderungen für Familien und Singles mit Kindern

Die Jugendherbergen Bayern bieten geführte Bergwanderungen mit erfahrenen Kursleitern an. Die Reiseangebote beinhalten tägliche Wanderungen mit Übernachtungen in komfortablen Häusern und klassischen Berghütten. Die Erlebnistouren am Berg und im Tal sind ganz auf die Bedürfnisse von Kindern ausgerichtet. Spaß und Abenteuer werden immer an erster Stelle stehen. Unterwegs bleibt genug Zeit für neue Entdeckungen, Spiel- und Badepausen sowie stärkende Brotzeiten.
 

Alter und Anzahl der Teilnehmer

Je nach Tourangebot können die Altersgrenzen variieren. Die meisten geführten Familien-Touren sind für Kinder ab 8 Jahren geeignet. Die Gruppengröße beläuft sich in der Regel auf mindestens 8 und maximal 16 Teilnehmer. 

 

Wandern ohne Führung

Natürlich können Sie mit Ihren Kindern auch Bergtouren ohne Kursleiter unternehmen.

Unerfahrene Wanderer sollten dabei aber unbedingt einige Vorsichtsmaßnahmen beachten. In unseren Tipps für das Bergsteigen mit Kindern (weiter unten auf dieser Seite) können Sie Wissenswertes nachlesen. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gerne direkt an uns. Wir sind Ihnen bei der Planung Ihrer Kletter- und Wandertouren gerne behilflich. Zudem geben wir Ihnen Infos zu Sehenswürdigkeiten und Übernachtungsmöglichkeiten auf den Berghütten. 

 

Geführte Kinder-Touren ohne Eltern-Begleitung 

Bergwanderungen sind auch im Rahmen von Kinderfreizeiten ohne elterliche Begleitung möglich. Hier nehmen erfahrene Betreuer die Kleinen mit auf Abenteuerreise: Auf spielerische Weise können sie so Freundschaften knüpfen und die vielgestaltige Bergwelt erobern. Die Touren sind altersgerecht  geplant und somit weder schwierig noch gefährlich. Die Erfahrung von Teamgeist, Spannung und Spaß steht im Vordergrund. Die Natur bietet dafür unzählige Möglichkeiten und sorgt für unvergessliche Erinnerungen.Suchen Sie sich das für Sie und Ihre Kinder passende Angebot heraus. 

  • Hier finden Sie die Auswahl unserer Kinder- und Jugendfreizeiten

 

Touren für Anfänger und Fortgeschrittene

Ob kurze Wanderungen oder längere Tagestouren: Je nach Alter, Erfahrung und Kondition der Kinder können Sie das passende Programm wählen. Vom leichten Anstieg für die ganze Familie bis zum ambitionierten Kletterkurs bieten die Jugendherbergen Bayern unterschiedlich gestaffelte Herausforderungen an. Unsere Wandervorschläge für kurze Wanderungen und Tagestouren sollen Ihnen als Inspiration dienen. Bitte informieren Sie sich in den jeweiligen Häusern, welche Touren auch für Kinder geeignet sind. Die Jugendherbergen stehen Ihnen auch hierbei gerne unterstützend zur Seite.

 

Bergtouren mit Kindern – Was ist zu beachten?

Damit das Wandern richtig Spaß macht, sollte der Wanderweg gut gewählt werden und Sie und Ihre Kinder eine passende Ausrüstung mitbringen.

Tragen Sie bitte unbedingt passendes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung. Rucksäcke mit Brotzeit und Getränken sind ebenfalls unerlässlich. Packen Sie aber auch nicht zu viel ein, denn auf den Touren gibt es keine Transportmöglichkeiten. Hier noch einige zusätzliche Tipps:

  • Die Tour muss dem Leistungsvermögen der Kinder in ihrer jeweiligen Altersgruppe angepasst sein. 

  • Planen Sie eine Route, auf der die Phantasie und Entdeckerlust Ihres Kindes angeregt werden. Eintöniges Gelände verdirbt den Kindern die Lust am Wandern. Viel spannender ist es, wenn am Wegesrand gekraxelt und hinter Steinen oder Bäumen Verstecken gespielt werden kann. Flache Bachläufe erhöhen nochmals den Spaß und sorgen für Erfrischung.

  • Achten Sie unbedingt darauf, keine gefährlichen Wanderwege mit steilen, ungesicherten Abhängen zu wählen.

  • Nehmen Sie auf jeden Fall ein Fernglas mit, um die bunte Tierwelt beobachten zu können.

  • Beobachten Sie unbedingt das Wetter. Gibt es Anlass zur Sorge, suchen Sie rechtzeitig Schutz oder brechen gar nicht erst auf.

Bergsteigen mit Kindern bietet für Erwachsene und Kinder die Chance, gemeinsam etwas zu unternehmen, Natur und Berge zu erleben und so gesunde Bewegung, Spaß, Entspannung und Freude miteinander zu verbinden.

Für die Kinder stehen dabei zumeist nicht Gipfel und Aussicht im Vordergrund; für sie ist die Bergwelt ein Raum voller Geheimnisse und spannender Abenteur, die es zu entdecken und erleben gilt.

Damit an einer gemeinsamen Tour alle Spaß haben, müssen sich die Erwachsenen auf die kindliche Erlebniswelt einlassen und sich von der Phantasie und Entdeckungslust der Kinder mitreißen lassen. Wichtig ist es, die geplante Unternehmung an den Bedürfnissen und dem Leistungsvermögen der Kinder auszurichten. bei der Planung einer gemeinsamen Unternehmung müssen daher die Gehzeit sowie der Schwierigkeitsgrad des Weges dem Alter und Leistungsvermögen der Kinder (und der Erwachsenen) angepasst werden.

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Sie wollen nicht nur brav hinterherlaufen und verabscheuen eintönige Ausdauertouren.

  • Eine Anfahrt mit Bus oder Zug ist für alle ein entspannender Beginn für die Bergtour.
     
  • Planen Sie die Unternehmungen mit Kindern so, dass unterwegs auch Änderungen der Tour möglich sind. rechnen Sie genügend Zeit für Abstecher und Spielpausen ein.
     
  • Verwenden Sie zur Planung der Bergtour mit Kindern eine gute topographische Karte, aus der Sie die Beschaffenheit und Eigenart des Geländes ablesen können.
     
  • Es muss nicht immer ein Gipfel sein! Für Kinder ist ein See oder eine Hütte/Alm/Jugendherberge ein viel interessanteres Ziel.
     
  • Eine überschaubare Tourengliederung mit attraktiven Etappenzielen motiviert die Kinder für eien Wanderung. Zum Beispiel: Von der Alm zur Spielwiese, dann über das Schneefeld zum Bach und zurück über die Kletterstelle.
     
  • Beziehen Sie die Wünsche der Kinder in die Planung der Unternehmung von vornherein mit ein.
     
  • Rundwege sind interessanter als Auf- und Abstieg über den selben Weg.
     
  • Meiden Sie Forstwege und eintönige Almwege. Kleine Wege und Steige sind viel spannender.


Tipps für unterwegs

Wer sich unterwegs nur nach dem kindlichen Willen richtet, kommt wahrscheinlich nicht allzu weit. Umgekehrt hat derjenige, der seine Kinder mit auf den Gipfel ziehen will, wenig Spaß. Dauernde Ermahnungen und Antreiben gehen zu Lasten der guten Stimmung.

  • Lockern Sie längere Gehzeiten mit Entdeckungs- und Beobachtungsphasen auf: Käfer, Pilze, Ameisen etc. bieten eine willkommene Abwechslung. gehen Sie selbst mit offenen Augen durch die Landschaft und machen Sie die Kinder auf Besonderheiten aufmerksam.
     
  • Achten Sie auch auf die Entdeckungen der Kinder und beschäftigen Sie sich damit. Kinder sehen Vieles, was Sie übersehen und wollen dies mitteilen.
     
  • Geschichten, Sagen, Märchen lassen sich häufig an bestimmte Beobachtungen anknüpfen und überbrücken so manchen Durchhänger.
     
  • Kinder motivieren sich gegenseitig. Sie werden staunen, was Ihre Kinder leisten, wenn sie mit anderen zusammen sind.
     
  • Vertauschen Sie die Rollen, lassen Sie auch mal die Kinder vorausgehen und den Weg suchen.
     
  • Erklären Sie Kindern jeweils das, was sie am nächsten Wegabschnitt erwartet und wann/wo die nächste Pause ist. Ältere Kinder können an der Orientierung und Planung beteiligt werden.
     
  • Bauen Sie Spiele oder Beobachtungsaufgaben in Pausen ein.
     
  • Ermöglichen Sie dem Kind, sich selbstständig zu bewegen und eigene Erfahrungen zu machen. Aber achten Sie darauf, dass es dabei Sicherheitsregeln einhält.
     
  • Vermitteln Sie den Kindern die Achtung vor der Tier- und Pflanzenwelt. Seien Sie im Umgang mit der Natur ein gutes Vorbild.
     
  • Kleine Souvenirs (Stein, Fichtenzapfen, leeres Schneckenhaus, etc.) dürfen mitgenommen werden. Vielleicht lässt sich später daraus etwas basteln.
     

Altersstufen und Leistungsvermögen für Bergtouren mit Kindern

Kleinkindalter (1 – 3 Jahre)

Sobald, Kleinkinder alleine stabil sitzen, können sie in der Kinderkraxe (=verstellbares Rückentragegestell) auf Wanderungen mitgenommen werden. Da sich die Kinder in der Kraxe kaum bewegen können, sind sie – je nach Wetter- besonders der Gefahr von Auskühlung oder Überhitzung und Sonnenstich ausgesetzt. Ausreichend Schutz vor Kälte, Wind und Sonneneinstrahlung sind daher unbedingt notwendig. Wichtig sind häufige Pausen (mind. jede Stunde), in denn die Kinder aus der Kraxe genommen werden und sich frei bewegen können. Insgesamt sollten Kleinkinder nicht länger als drei bis vier Stunden pro Tag in der Kraxe sitzen. Ältere Kleinkinder können und wollen durchaus auch schon Wegabschnitte selber laufen. Die Kraxenträgerin oder der Kraxenträger muss den technischen Schwierigkeiten des Weges absolut gewachsen sein. Teleskopstöcke zum seitlichen Abstützen sowie ein komfortables und angepasstes Kraxen-Tragesystem sind von Vorteil.

Vorschulalter (3 – 6 Jahre)

In dieser Altersstufe wollen sich Kinder ihre Umgebung zunehmend selbstständig erschließen. Bergsteigerische Unternehmungen sollten dabei spielerisch gestaltet werden. Tagestouren sollten eine Gehzeit von vier Stunden nicht überschreiten. Eine abwechslungsreiche Wegführung mit langen Erholungs- und Spielpausen machen den Wandertag interessant. Über längere Passagen ausgesetzte und absturzgefährdete Wege sind dabei allerdings unbedingt zu meiden. Während der Tour finden die Kinder kleine Klettermöglichkeiten an Felsen und Bäumen interessant und sind für Naturbeobachtungen aufgeschlossen.

Frühes Schulkindalter (6 – 10 Jahre)

Im frühen Schulkindalter steigern sich sowohl Ausdauer als auch Koordination. Mit entsprechenden Erholungspausen sind Gehzeiten bis zu fünf Stunden möglich. Je nach Übung können dabei auch steilere Wege oder mehrere „Kraxelstellen“ überwunden werden – die entsprechenden Hilfestellungen und Sicherungskenntnisse vorausgesetzt.

Spätes Schulkindalter (10 – 14 Jahre)

In dieser Altersstufe können auch anspruchsvollere Ziele anvisiert werden, die Kinder verfügen oft über eine gute Ausdauer, die Bewegungsharmonie ist verbessert, ihre Körperkraft nimmt zu. Gehzeiten von sechs bis sieben Stunden sollten jedoch nicht überschritten werden. Bisweilen wollen Kinder auch ihre Leistungsgrenze erreichen. Mehrtagestouren mit Hüttenaufenthalt oder Gletschertouren sind – bei entsprechender Übung – durchaus möglich.

 

Checklisten Bergwanderung mit Kindern: Haben Sie an alles gedacht?

Bergtouren mit Kindern sind für alle Beteiligten ein Erlebnis. Damit der Ausflug zu einem ungetrübten Erlebnis wird, hier noch einmal unsere Schnellübersicht mit allen wichtigen Vorkehrungen:


Planung

Sind bei der Planung folgende Prinzipien berücksichtigt?

  1. Leistungsorientierung:
    Gehzeit und Schwierigkeit müssen dem Alter und Leistungsvermögen der Kindes/der Kinder  entsprechen.
     
  2. Bedürfnisorientierung:
    Kinder brauchen auch bei Bergtouren genügend Pausen bzw. Spiel- und Freizeit, um sich zu erholen.
     
  3. Erlebnisorientierung:
    Bergsteigen mit Kindern heißt sich Zeit nehmen zum Entdecken, Erleben und Beobachten
     
  4. Selbstbestimmung:
    Beteiligen Sie Kinder – entsprechend ihrem Alter – an der Planung und Durchführung der Tour.


Ausrüstung / Gesundheit

Sind vor dem Beginn der Tour folgende Dinge eingepackt?

  1. Ist genügend zum Trinken eingepackt?
  2. Sind Ersatz(unter)wäsche, Regenjacken und warme (Fleece)Pullis für die Kinder mit dabei?
  3. Sonnenschutz (Creme, Hut, Brille usw.) nicht vergessen!
  4. Ist die Rucksackapotheke vollständig? (Pflaster, Gel für Hautabschürfungen und Mückenstiche, Zeckenschutz/Zeckenzange,etc.)


Sicherheit

Sind Sie auf mögliche Schwierigkeiten und Notfälle gut vorbereitet?

  1. Wie ist der aktuelle Wetterbericht, besteht die Gefahr von Gewittern?
  2. Gibt es besondere Gefahrenstellen oder Schwierigkeiten auf der Tour?
  3. Ist die notwendige Sicherheitsausrüsstung vorhanden (Klettergurt, Seil, Helm,etc.)
  4. Bin ich für Notfälle gerüstet (Erste Hilfe Material, Handy, Biwacksack)
  5. Gebietskarte (möglichst im Maßstab 1:25000) nicht vergessen!
     

Nicht vergessen: Rucksack-Apotheke!

Neben der Brotzeit gehört auch eine kleine Reiseapotheke in Ihren Rucksack. So können Blasen und Blessuren schnell versorgt werden. Unsere Checkliste hilft Ihnen beim Zusammenstellen der Reiseapotheke.

Um schnell Erste Hilfe leisten und kleinere Verletzungen selbst versorgen zu können, gehört in jeden Rucksack unbedingt eine Rucksack-Apotheke.

  1. Heftpflaster
  2. sterile Wundauflage
  3. großes und kleines Verbandspäckchen
  4. Dreieckstuch
  5. 2 elastische Binden
  6. 1 Rolle Tape
  7. Wunddesinfektionsmittel
  8. Blasenpflaster
  9. Einmalhandschuhe
  10. Rettungsdeckeoptional:
  11. Zeckenschutz
  12. Gel gegen Mückenstiche und Schürfwunden

 

Unterkünfte buchen und die Verpflegung planen

Besonders spannend für die kleinen Wanderer sind die Aufenthalte und Übernachtungen in den gemütlichen Berghütten.

In vielen Angeboten der Jugendherbergen in Bergnähe sind diese Übernachtungsmöglichkeiten inklusive. Geschlafen wird in Gemeinschaftsräumen (meist ohne Geschlechtertrennung). Schlafsäcke können Sie in den Hütten erwerben. Kehren Sie und Ihre Kinder nach einer Wandertour in die Jugendherberge zurück oder checken in eines unserer Häuser auf der Tour ein, dürfen Sie sich auf erholsamen Schlaf in unseren familiengerechten Mehrbettzimmern freuen. Bitte beachten Sie, dass wir nur eine kleine Anzahl an Einzelzimmern zur Verfügung haben. Wir empfehlen eine frühzeitige Buchung. Die Nutzung von Bettwäsche ist in unseren Angeboten enthalten.

 

Verpflegung

Stark in den Tag mit ausgewogenem und abwechslungsreichen Essen

Bevor es am Morgen auf große Erkundungstour in die Berge geht, stärken sich große und kleine Entdecker zunächst ausreichend am Frühstücksbuffet „All You Can Eat“. Lunchpakete für unterwegs können Sie sich aus dem reichhaltigen Angebot des Frühstücksbuffets selbst zusammenstellen. Auf Wunsch geben wir Ihnen aber auch gerne eine vollwertige Rucksackverpflegung mit auf den Weg. Am Abend erhalten unsere Gäste eine warme Abendmahlzeit. Ein Salatbüffet und Dessert sorgen für Vitamine und einen süßen Abschluss.  

Hinweis:

Getränke und Speisen auf der Hütte sind meist nicht Teil des Reiseangebotes der Jugendherbergen. Sie müssen dort extra erworben werden.

 

Buchung

Falls Sie sich eine atemberaubende Bergtour mit Ihren Kindern unternehmen möchten, können Sie sich online über unsere verschiedenen Angebote informieren. Ob Sie eine geführte und freie Tour, einen Tagestrip oder eine mehrtägige Wanderung mit Hüttenaufenthalten bevorzugen, liegt ganz bei Ihnen. Wählen Sie die gewünschte Anzahl an Übernachtungen aus - und dem Bergabenteuer steht nichts mehr im Wege.